Zum wiederholten Mal knapp gescheitert

Die 1.Mannschaft des ESV Ansbach hat zum Abschluss der Hinrunde zwei Auswärtsniederlagen hinnehmen müssen. Während man beim ERV Schweinfurt eine herbe 0:11-Klatsche (0:7) kassierte, zeigten die Mittelfranken beim packenden 7:8 (4:5) gegen den RSC Gera ihre bisher beste Saisonleistung. Mit lediglich einem Auswechsler angetreten, verpasste es der ESV jedoch wie schon häufig in den vergangenen Jahren sich für ein gutes Spiel zu belohnen. Die Ansbacher stürzen somit trotz ihres vorbildlichen Einsatzes auf den letzten Tabellenrang ab.

Nach der verletzungsbedingten Absage von Torhüter Matthias Schnörpel, reisten die ESVler letztendlich mit nur fünf Feldspielern und einem Torhüter nach Thüringen. Ein Punktgewinn schien bei diesem Minikader und einem Durchschnittsalter von nur 21 Jahren im Vorfeld utopisch. Dass die Gäste – vielleicht vor allem deshalb – dennoch bis in die Haarspitzen motiviert waren, zeigte sich bereits in der Anfangsphase. Beide Teams warteten nicht lange ab, sondern suchten schnell den Weg zum Tor. Obwohl der RSC die besseren Möglichkeiten rausspielte, schlugen die Gäste aus der mittelfränkischen Landeshauptstadt als erstes zu. Zwei blitzsaubere Konter schlossen Stefan Zippel (4.) und Sven Kirnig (9.) zur frühen 2:0-Führung ab. Der Vorsprung hatte lange bestand, präsentierte sich die Ansbacher Defensive doch als hartnäckiges Bollwerk. Erst in der 16.Minute war auch dieses erstmals geschlagen. Enrico Rhein brachte die Gastgeber auf ein Tor heran, Daniel Bielas besorgte kurz darauf den Ausgleich (18.). Bis zur Halbzeit ging es Schlag auf Schlag. Nach der erneuten Führung durch Ansbachs Kirnig (19.), drehte Gera in nur 60 Sekunden die Partie (20.). Nach der schnellen Antwort der Mittelfranken mit dem 4:4 (22.), geriet man unnötigerweise kurz vor dem Pausenpfiff erneut in Rückstand (24.).

Einen schwere Schlag erhielt man wenige Sekunden nach Wiederanpfiff. Gera erhöhte auf 4:6 und wähnte sich in einer beruhigenden Ausgangslage. Der ESV gab sich vor gut 60 Zuschauern noch nicht geschlagen. Kapitän Florian Schindler rüttelte seine Mitspieler mit dem 5:6 (29.) auf. Die Gastgeber fanden jedoch immer wieder die passende Antwort. In der 35.Minute lag man beim Stand von 6:8 weiterhin mit zwei Treffern zurück. Das Team von ESV-Trainer Sascha Goldhausen wollte um jeden Preis nicht erneut nach einer starken Leistung mit leeren Händen dastehen. Während Roman Kaas im Ansbacher Gehäuse trotz acht Gegentore, dafür mit drei gehaltenen Direkten sowie einem Sechsmeter ein starker Rückhalt bildete, drängte die Offensive auf den Anschluss. Sven Kirnig verkürzte vier Minuten vor dem Ende mit seinem fünften Treffer auf 7:8, der Ausgleich wollte aber nicht mehr fallen.

Am nächsten Tag stand mit dem Auswärtsspiel beim ERV Schweinfurt die nächste schwere Aufgabe auf dem Programm. Zwar stand Trainer Sascha Goldhausen mit Maximilian Weiß und Fabian Beck (aber ohne Marvin Wägner) ein Auswechselspieler mehr zu Verfügung, das restliche Team war nach dem Kraftakt von Gera jedoch mit den Kräften völlig am Ende. Die Anfangsphase konnte der ESV noch gut gestalten. Nach einem frühen 0:3-Rückstand (7./10./11.) war die Moral allerdings gebrochen. Bis zur Pause konnte Schweinfurt nach belieben sein Angriffsspiel aufziehen und hatte die drei Punkte beim Stand von 0:7 so gut wie in der Tasche. Die Ansbacher, bei denen viele wohl ihre schlechteste Saisonleistung zeigten, mussten schließlich ihre erste zweistellige Niederlage der Saison hinnehmen.

Diese herbe Pleite sollte schnell als Betriebsunfall abgestempelt werden. Viel mehr sollte man sich an dem hervorragenden Spiel in Gera hochziehen und sich mit vollem Trainingseinsatz auf den Rückrundenstart am 19.Juni vorbereiten. Dann kommt es in Böhlitz-Ehrenberg zum „Abstiegsendspiel“ gegen den RHC.

ESV Ansbach:
Kaas (Tor), Zippel (1), Bastian Goldhausen, Kirnig (5), Wägner, Schindler (1), Fabian Beck, Maximilian Weiß.

Weiter spielten:
TSG Darmstadt 2-5 RSC Chemnitz