Viele Chancen, keine Punkte – ESV verzweifelt an sich selbst

Es bleibt (noch) wie verhext. Zweitligist ESV Ansbach hat auch im zweiten Saisonspiel eine starke Leistung abgeliefert, muss aber weiter auf die ersten Punkte dieses Jahres warten. Gegen Neuling RSC Darmstadt 2 setzte es auf eigener Bahn eine 0:4-Niederlage (0:2). Erneuter Knackpunkt: Die schwache Chancenverwertung. Während man die Gäste dank einer kompakten Abwehrarbeit zumeist zu Abschlüssen aus der Distanz zwang, belohnte sich der ESV vorne nicht mit der nötigen Kaltschnäuzigkeit. Die nächste Möglichkeit sich für die bisherigen guten Leistungen zu belohnen, folgt bereits in zwei Wochen (17.Mai). Dann kommt mit dem RSC Gera der neue Ansbacher „Lieblingsgegner“ ins Sportzentrum Ost. Gegen die Sachsen wurde seit Monaten weder im Ligabetrieb noch bei Testspielen verloren. Beste Voraussetzungen also, um den Knoten auch vor dem Tor endlich platzen zu lassen.

Gerade einmal einen Spieltag hat es gedauert, bis sich der RSC als Neuling in die Rolle des „Geheimfavoriten“ gemausert hat. Das 5:5-Unentschieden gegen Meister Schweinfurt hatte der talentierten Truppe einiges an Respekt eingebracht. Der ESV war also gewarnt und setzte von der ersten Minute an auf eine enge Raute in der Verteidigung. Mit Erfolg. Darmstadt suchte zu Beginn über weite Strecken vergebens nach einer Lücke im Ansbacher Abwehrverbund und kam über weite Strecken nur durch Distanzschüsse zum Abschluss. Diese waren lange eine sichere Beute für ESV-Keeper Kaas, ehe Koch (13.) und Nossek (16.) den Bann mit zwei verdeckten Abschlüssen brachen. Wie bereits in der Vorwoche ließen sich die Gastgeber von einem Doppelschlag (damals 14./15.) nicht aus dem Konzept bringen. Nach und nach gelang es dem ESV besser sein Spiel in der Offensive aufzuziehen. Zur Pause hieß es dennoch 0:2.

Die zweite Hälfte sollte erneut Parallelen zum Heimspiel gegen Chemnitz aufwerfen. Wieder dauerte es nur wenige Minuten nach dem Wiederanpfiff, als Nossek zum zweiten Mal zur Stelle war und mit Hilfe des Innenpfostens zum 0:3 (34.) traf. Die Gastgeber stellten sich nun mit aller Macht gegen die drohende zweite Saisonniederlage. Mit einigem Frust im Bauch startete das Team von Kapitän Beck Angriff um Angriff – und dies bis vor dem Tor mit Erfolg. Am Ende hieß die Endstation jedoch immer Deutschlands U-17 Nationaltorhüter Mensah oder das Aluminium (3x Pfosten). Die Quittung folgte zehn Minuten vor dem Abpfiff. Darmstadts Nossek verwertete einen Abpraller auf kurzer Distanz zum 4:0-Knockout (39.) und sorgte damit für die endgültige Entscheidung. Trotz dieses entscheidenden Schlages ließ sich der ESV weiter nicht hängen. Bis zur letzten Sekunde drängte der letztjährige Liga-Vierte auf den Ehrentreffe. Besonders Verteidiger Tim Kirnig verdiente sich wie schon während der gesamten bisherigen Saison Bestnoten als unnachgiebige Stütze im Ansbacher Spiel. Die Belohnung blieb am Ende aus. Die ersten Punkte dagegen sollten bei ähnlichen Leistungen nicht mehr lange auf sich warten lassen.

ESV Ansbach:
Kaas, Sturm (beide Tor), Nachtrab, T. Kirnig, Goldhausen, S. Kirnig, Beck, Platten

RSC Darmstadt 2:
Mensah (Tor), Nossek (3), Falco Moya, Becker, Koch (1), Pollak

2.Spieltag:
ESV Ansbach 0:4 RSC Darmstadt 2
ERV Schweinfurt 10:3 RSC Gera

Verfasser: Roman Kaas