Unnachgiebiger ESV macht Spitzenreiter das Leben schwer

Bis zum Ende durften sie wieder an der Überraschung schnuppern. Der ESV Ansbach hat dem Titelanwärter und Tabellenführer ERV Schweinfurt erneut einen engen Fight geliefert und vor eigenem Publikum mit 4:6 knapp den Kürzeren gezogen. Im gutgefüllten Sportzentrum Ost lieferten sich beide Teams eine hitzige Schlussphase, in der es dem Unparteiischen weder gelang das überharte Schweinfurter Spiel noch die verbalen Nicklichkeiten beider Teams zu unterbinden. Trotz dieser Niederlage können alle Ansbacher Verantwortlichen ein positives Hinrunden-Fazit ziehen. Ein Punkt in Gera sowie gute Auftritte gegen Schweinfurt und in Chemnitz machen Mut für die weiteren Aufgaben. Bis zum Rückrundenstart (27.Juli) bieten sich gleich zwei attraktive Möglichkeiten zum Testen. Zunächst beim internationalen „Burgfluh-Cup“ in Wimmis (CH), eine Woche später im holländischen Marathon bzw. Zaanse.

Der ESV wurde in der Anfangsphase vom unerwartet hohen Schweinfurter Pressing sichtlich überrascht. Durch frühe Balleroberungen erspielte sich der Favorit rasch gute Möglichkeiten und ging folgerichtig durch einen Doppelschlag (6./8.) mit 2:0 in Führung. Wer bereits zum diesem Zeitpunkt ein eindeutiges Ergebnis für dieses Derby erwartete, sollte sich schnell getäuscht sehen. Nur Sekunden nach dem zweiten Schweinfurter Treffer, verkürzte Kapitän Beck aus kurzer Distanz auf 1:2. Die Gastgeber fanden nun besser in die Partie und konnten für den einen oder anderen Entlastungsangriff sorgen. Die Belohung folgte in der 15.Minute. Neu-Spielertrainer Sven Kirnig setzte sich im Strafraum energisch gegen seinen Gegenspieler durch und erzielte mit etwas Glück den Ausgleich. Nur wenige Minuten nach dem großen Jubel folgt die kalte Dusche für den Außenseiter. Der Tabellenführer aus Schweinfurt antwortete erneut mit einem Doppelschlag durch Zimmermann (19./22.) und hatte somit den alten Zwei-Tore-Vorsprung wiederhergestellt. Doch auch davon ließ sich der ESV nicht beeindrucken. Bastian Goldhausen zeigte sich vom Punkt gewohnt nervenstark und besorgte per Sechsmeter den 3:4-Anschlusstreffer.

Nach dem Wechsel bot sich das gleiche Bild. Schweinfurt erarbeitete sich Chance um Chance, verpasste aber für die Entscheidung gegen die unnachgiebigen Gastgeber zu sorgen. So hatte auch das 3:5 (29.) nur wenige Sekunden Bestand, ehe Goldhausen mit einem Rückhandknaller aus dem Halbfeld weiter für Spannung sorgte. Die Überraschung lag in der Luft, zumal ESV-Keeper Kaas sein Gehäuse in dieser Phase regelrecht vernagelte und unter anderem einen „Direkten“ von Schweinfurts Amrhein entschärfte. Eben jener Akteur sollte jedoch das letzte Wort in dieser Begegnung haben. Aus dem Gemenge heraus traf Schweinfurts Nr.8 zum 4:6 (45.) und setzte an einem chancenreichen Nachmittag den Schlusspunkt.

ESV:
Kaas (Tor), T. Kirnig, S. Kirnig (1), B. Goldhausen (2), Beck (1), Nachtrab