„Skandalurteil“ in Gera überschattet starken Saisonauftakt

Der ESV Ansbach ist mit starken Auftritten in die 2.Rollhockey-Bundesliga zurückgekehrt. An den ersten beiden Spieltagen verpasste der Aufsteiger nur denkbar knapp einen Punktgewinn und stellte damit seine Zweitligatauglichkeit bereits früh in der Saison unter Beweis. Für große Diskussionen sorgt derweil die Partie beim RSC Gera. Zwei äußerst fragwürdige Karten gegen den ESV bildeten in einer dramatischen Begegnung nur die Spitze des Eisbergs.

Die Favoritenrolle war im Vorfeld dieses Aufeinandertreffens schnell vergeben. Mit dem RSC Gera und aktuellen Vize-Meister wartet zum Saisonstart gleich ein echtes Schwergewicht auf den Bundesligaaufsteiger. Entgegen dieser Vorzeichen entwickelte sich ein packendes Duell auf Augenhöhe. Die Gastgeber hatten zunächst das Glück auf ihrer Seite und gingen durch einen abgefälschten Distanzschuss in Front (2.). Umso erstaunlicher war es wie Gera in der Folgezeit zum Erfolg kommen wollte. Trotz höherer Spielanteile, ließen sich die Thüringer in Zweikampfsituationen auffallend schnell fallen, um Teamfouls und Karten gegen den ESV zu provozieren. Diese Vorstellung erreichte ihren vorzeitigen Höhepunkt, als sich ein gegnerischer Angreifer in Ansbachs Tim Kirnig hineindrehte und durch diese Aktion einen direkten Freistoß inklusive blauer Karte herausholte. Der fällige „Direkte“ hätte beim Stand von 0:2 bereits eine erste Vorentscheidung bringen können. Während der RSC diese Chance liegen ließ (19.), verkürzte Zippel Sekunden vor der Pause auf 1:2 (24.).

Nach dem Wechsel entwickelte sich eine deutlich ausgeglichenere Partie. Beide Seiten hatten große Möglichkeiten, verpassten jedoch zunächst weitere Treffer. In der 33.Minute kam es schließlich zum großen Eklat. Geras Lautenschläger ging während einer Unterbrechung mit beiden Händen auf Stürmer Sven Kirnig los, fasste diesen zunächst ins Gesicht, schubste ihn anschließend zunehmend in Richtung Bande. Nachdem Kirnig mit ausgestreckten Armen versucht hatte, die Distanz zu halten, konnten Mitspieler beider Akteure die Situation einigermaßen beruhigen. Die Schiedsrichterentscheidungen sorgten anschließend für großes Entsetzen. Sowohl Lautenschläger als auch Kirnig flogen vom Platz, wobei es sich bei letzterer um eine klare Fehlentscheidung handelte. Nach dieser Situation entwickelte sich das Spiel zu einem echten Krimi. Gera nutzte die kurze Unordnung im Ansbacher Block und erhöhte auf 3:1 (34.). Der ESV setzte mit fortschreitender Zeit alles auf eine Karte und erarbeitete sich beste Möglichkeiten zum Anschlusstreffer. Stefan Zippel war es wiederum vergönnt eine Minute vor dem Ende auf 2:3 zu verkürzen. Auf die Spitze getrieben wurde die Spannung durch den Teamfoul-Stand von 14:14. Jedes weitere Teamfoul hätte einen „Direkten“ für die gegnerische Mannschaft nach sich gezogen. Auch in dieser Hinsicht blieb den Gastgebern das Glück treu. Zwar vergaben sie nach dem 15. Ansbacher Teamfoul den fälligen Freistoß, nahmen damit jedoch wertvolle Sekunden von der Uhr. Eine letzte Chance zum Ausgleich ergab sich nicht mehr. Der ESV konnte diesen Auftritt in puncto Teamgeist und spielerische Klasse dennoch als klaren Erfolg verwerten. Im Rückspiel sollte ein Punktgewinn vor eigenem Publikum möglich sein.

Die zweite Partie tags darauf gestaltete sich schließlich als klare Angelegenheit. In Chemnitz lieferte der ESV ohne seine etatmäßigen Stammkräfte Katschmarek und Sven Kirnig eine weitere zufriedenstellende Leistung ab. Die Mittelfranken hielten die Partie beim Ligagiganten RSC Chemnitz bis zur Pause offen (2:4) und kamen bis zum Abpfiff zu zwei weiteren Torerfolgen. Das Endergebnis von 4:10 stimmte alle Beteiligten zufrieden, wobei eine einstellige Niederlage erst zwei Sekunden (!) vor dem Ende zunichte gemacht wurde.

ESV:
Kaas (Tor), Tim Kirnig (1), Sven Kirnig, Zippel (3), Goldhausen (1), Wehnert, Beck (1)

Weiter spielten:
TSG Darmstadt 7:3 Schweinfurt Juniors
ERV Schweinfurt 13:5 RSC Gera