Rollhockey: Bayerische Meisterschaft

„Verzweifelt an eigenen Führungen“

Das hätte wahrlich nicht sein müssen. Der ESV Ansbach hat in Schweinfurt die angestrebte Bayerische Vize-Meisterschaft leichtfertig verspielt und stattdessen ohne Sieg den dritten Rang belegt. Für die Mittelfranken war dies zugleich die erste Platzierung außerhalb „der Top 2“ seit 2010 (zuletzt 5xVize-Meister, 1xMeister). Knackpunkt waren dabei ausgerechnet die eigenen Führungen. Sowohl gegen den Überraschungszweiten Regensburg als auch die „Zweite“ des Gastgebers reichte es trotz teils sicherer Vorsprünge nur zu Punkteteilungen. Bayerischer Meister wurde derweil erwartungsgemäß der ERV Schweinfurt I. Vor heimischer Kulisse sorgten die Unterfranken nach dem verpassten 2.Liga Titel für Wiedergutmachung und setzten sich zum dritten Mal in Folge die Krone auf.

Der vermeintlich leichteste Gegner sollte sich gleich als erster Stolperstein erweisen. Gegen den ESV Regensburg waren drei Punkte eigentlich eine klare Pflichtaufgabe, sodass bereits der 1:1-Pausenstand (Beck hatte per Sechsmeter zur Führung getroffen) für deutliche Unzufriedenheit sorgte. Auch in der Folgezeit fanden die Mittelfranken nicht wirklich zu ihrem Spiel und sahen sich zwischenzeitlich gar einer Regensburger Druckphase gegenüber stehen. Ansbachs Tim Kirnig vertrieb wenige Minuten vor dem Abpfiff (vorerst) alle bösen Gedanken. Der 21jährige setzte aus der eigenen Hälfte zum Solo an und traf per sehenswerten Distanzschuss zum erlösenden 2:1 (35.). Dass es dennoch nichts mit dem Auftaktsieg wurde, lag an Daniel Wiener. Der Regensburger nutzte zwei taktische Fehler des zu weit aufgerückten Ansbacher Blocks und drehte die Begegnung binnen weniger Sekunden (36./37.). Kapitän Beck betrieb unmittelbar vor dem Abpfiff mit seinem verwandelten „Direkten“ zum 3:3 zumindest noch Schadensbegrenzung.

Nach den zwei leichtfertig verspielten Punkten war ein „Dreier“ gegen Liga-Konkurrent Schweinfurt II unbedingt Pflicht, um Rang 2 nicht aus den Augen zu verlieren. Der ESV zeigte sich nun deutlich gefestigter. Aus einem sicheren Spielaufbau heraus zogen die Gäste Tor um Tor davon und hielten Mitte des zweiten Abschnitts beim Stand von 4:1 (Beck, 2x Goldhausen, S. Kirnig) alle Trümpfe in der Hand. Doch auch dieses Mal sollten zwei grobe Stellungsfehler noch für eine Punkteteilung sorgen. Schweinfurts Eberlein durfte nach Weitschüssen jeweils in aller Ruhe aus kurzer Distanz abfälschen und brachte seine Farben zurück in die Partie. Köders Treffer zum 4:4 (35.) vollendete wenig später die Aufholjagd.

Durch die weiteren Ergebnisse war der dritte Rang für den ESV damit besiegelt. Das abschließende Derby mit dem ERV Schweinfurt I entwickelte sich auch ohne sportlichen Wert zu einer hitzigen Angelegenheit. Gerade im ersten Abschnitt konnten die Mittelfranken phasenweise trotz der Außenseiterrolle gut mithalten und lagen vor dem Wechsel nur mit 1:3 hinten. Die Unterfranken erhöhten zum zweiten Abschnitt nochmal die Schlagzahl. Tor um Tor wurde das Ergebnis zu Gunsten der Gastgeber nach oben geschraubt. Doch auch der ESV durfte nochmal jubeln. Bastian Goldhausen zeigte seine technischen Qualitäten und traf nach kleiner Jonglier-Einlage zum zwischenzeitlichen 2:4. Das Spiel endete dann 2:8 für den Gastgeber.

ESV Ansbach:
Kaas, Sturm (beide Tor), O. Prosiegel, T. Kirnig (1), Nachtrab, Goldhausen (4), S. Kirnig (1), Beck (3), Schreinecke

Ergebnisse:
ERV Schweinfurt I – ERV Schweinfurt II 9:0
ESV Regensburg – ESV Ansbach 3:3
ERV Schweinfurt I – ESV Regensburg 16:0
ERV Schweinfurt II – ESV Ansbach 4:4
ESV Regensburg – ERV Schweinfurt II 5:3
ERV Schweinfurt I – ESV Ansbach 8:2

Tabelle:
1. ERV Schweinfurt               9 33:2 +31
2. ESV Regensburg                4 8:22 -14
3. ESV Ansbach                     2 9:15 -6
4. ERV Schweinfurt II           1 7:18 -11

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