Quasi Abgestiegen

Der ESV Ansbach hat seine wohl letzte Chance für den Klassenerhalt in der 2.Bundesliga verspielt. Im vorletzten Spiel der Saison unterlagen die Mittelfranken dem Bayerischen Konkurrenten ERV Schweinfurt mit 5:13 (2:6). Ausschlaggebend für die hohe Heimniederlage war die vor allem in der ersten Hälfte desolate Abwehrleistung sowie ein gut aufgelegter Schweinfurter Gegner, der im individuellen Bereich klar überlegen war. Der ESV verabschiedet sich damit bis zur letzten Begegnung in die Sommerpause. Dann kommt mit dem voraussichtlich drittplatzierten TSG Darmstadt (18.09.) der nächste schwere Brocken.

Der ERV legte vom Anstoß weg offensiv los, gab nach nur zwei Sekunden seinen ersten Torschuss ab und schlug wenig später in Form von Martin Krönert das erste Mal zu (1.). Die Gastgeber gaben schnell die richtige Antwort. Stefan Zippel egalisierte den Rückstand nach hoher Hereingabe etwas umstritten mit dem Körper, Schweinfurter Proteste wurden jedoch vom Schiedsrichter zurückgewiesen. Der amtierende Zweitligameister schnürte in der Folgezeit den ESV in der eigenen Hälfte ein und kam in Minutentakt zu besten Möglichkeiten. Die Hintermannschaft der Gastgeber fand zu diesem Zeitpunkt einfach kein Mittel um gegen diesen ERV anzukommen. Bis kurz vor dem Pausenpfiff war die Partie beim Stand von 1:6 scheinbar entschieden. Sven Kirnig ließ jedoch vor der Pause mit dem 2:6 noch leichte Hoffnung auf eine Wende aufkommen (21.).

Zum zweiten Abschnitt stellten die Ansbacher ihr Spielsystem zunächst erfolgreich um. So konnte man sich nicht nur zahlreiche eigene Einschussmöglichkeiten erspielen, sondern auch bis auf 4:7 (Torschütze: Kirnig; 37.) verkürzen. Schweinfurt ließ sich davon nicht sehr aus dem Konzept bringen. Ihnen war anzumerken, dass sie die drei Punkte dringend im Kampf um den Vize-Titel brauchten. Souverän zogen sie auf 5:11 davon, ehe Krönert mit seinem fünften Treffer und Marcel Bendel per Doppelschlag für den Entstand sorgten. Zwei blaue Karten für den Ansbacher Sven Kirnig und Holger Köder (47.) waren Sinnbild für eine sehr rau geführte Schlussphase, in der dem Schiedsrichter die Partie völlig entglitt.

ESV-Trainer Sascha Goldhausen und seine Mannen müssen sich wohl bereits in der aktuellen Pause mit dem Thema „Regionalliga“ auseinandersetzen. Mit einem eigentlich talentierten, aber eben auch sehr jungen Kader – so stellt man den mit Abstand Jüngsten der Liga – sollte eine baldige Rückkehr ins zweite deutsche Rollhockey-Oberhaus realisierbar sein.

ESV:
Kaas (Tor), Zippel (1), Kirnig (3), Schindler, Fabian Beck (1), Christian Weiß, Maximilian Weiß, Holub.