Pokalkracher zum Auftakt – „Heimspiel“ in 450 km Entfernung

Das erlebt man nicht alle Tage. Der ESV Ansbach wird sein diesjähriges Spieljahr mit einem „Heimspiel“ in über 450 Kilometer Entfernung beginnen. Am kommenden Samstag (14:30) trifft der Süddeutsche Zweitligist im Rahmen der DRIV-Pokal Vorrunde auf den 1.Ligisten RHC Recklinghausen. Als Klassenniedrigere hätte man gegenüber dem RHC eigentlich Heimrecht genossen, kann dies jedoch aufgrund der fehlenden Hallenzeiten nicht wahrnehmen. Die Lösung fand sich nach langen Gesprächen: Die Begegnung wird als „Vorprogramm“ zum Rollhockey-CL-Spiel SKG Herringen-FC Porto (18:00) in Nordrhein-Westfalen ausgetragen. Um doch noch für eine echte Heimspielatmosphäre zu sorgen, hat der ESV kurzerhand einen Fanbus organisiert – und das mit Erfolg.

Bis Donnerstag gingen über 30 Anmeldungen für das Doppelpaket „Ansbach-Recklinghausen/Herringen-Porto“ ein. Interessenten können sich bis Freitagabend über die Facebook-Seite des ESV Ansbach oder die E-Mail Adresse rh-esv-ansbach@gmx.de anmelden. Treffpunkt wird Samstagmorgen um 7:15 vor dem Vereinsgelände des ESV, Abfahrt gegen 7:45 sein (Kosten: 20-25€, CL-Karte inbegriffen).

An Unterstützung sollte es also nicht fehlen, wenn es zum Aufeinandertreffen mit dem Team aus dem Rollhockey-Oberhaus kommt. Die Favoritenrolle liegt dabei natürlich klar auf Seiten des RHC, der in dieser Saison jedoch mit großen Problemen zu kämpfen hat. Nach dem vielumjubelten Aufstieg im vergangenen Frühjahr, wurde der Liganeuling schnell vom harten Bundesligaalltag eingeholt. Null Punkte aus sieben Partien sowie 84 Gegentore – die bisherige Ausbeute bietet den Verantwortlichen aktuell wenig Grund zum Optimismus im Kampf um den Ligaverbleib. Das letzte Wochenende brachte dabei einen weiteren Tiefschlag. Im wichtigen Kellerduell gegen den Valkenswaardse RC gab es eine deutliche 3:16-Klatsche. Der Pokal scheint für das Team aus dem Münsterland eine wichtige Möglichkeit zu sein sich für die bisherige Niederlagenserie zu rehabilitieren.

Während ein Ausscheiden für den letztjährigen 2.Liga-Meister einen herben Schlag gleichkommen würde, hat der ESV nichts zu verlieren. Die Mittelfranken können auf ein überaus erfolgreiches Jahr 2013 zurückblicken. Trotz des unglücklichen Ausgangs kommt dabei auch der starke Auftritt in der letzten Pokal-Saison ins Gedächtnis. Im Januar 2013 lieferte sich das junge Team mit dem Ligarivalen TSG Darmstadt einen mitreißenden Krimi, in dem man mit 5:6 (n.GG) nur knapp den Kürzeren zog. Die Mittelfranken sind also durchaus für einen denkwürdigen Pokalnachmittag gut. Im Falle einer Sensation würde im Achtelfinale mit dem RSC Darmstadt der nächste 1.Ligist warten.

ESV:
Kaas, S.Goldhausen (beide Tor), S.Kirnig, T.Kirnig, Zippel, B.Goldhausen, Beck, Nachtrab