Erst kampfstark, dann abschlussschwach

Der ESV Ansbach hat am Osterwochenende einen Achtungserfolg leichtfertig verpasst. Beim 4. internationalen Turnier des niederländischen Meisters RC Lichtstad zeigte sich der Rollhockey-Zweitligist nach einer ordentlichen Vorrunde zu inkonsequent in der Chancenverwertung und belegte folglich den letzten Rang. Nach nur sieben Toren in fünf Partien dürfte das Hauptaugenmerk bis zum Saisonstart auf das Spiel nach vorne gerichtet werden. Bestnoten verdiente sich dagegen ein Akteur aus dem Abwehrverbund. ESV-Verteidiger Tim Kirnig präsentierte sich über weite Strecken des Turnierverlaufs als echter Abräumer und wird in dieser Form ein Kandidat für den Stammblock sein. Für das Team um Spielertrainer Bastian Goldhausen wartet bereits in zwei Wochen die nächste Gelegenheit zum Testen. Dann steigt in der Weinbergturnhalle das 3. „Internationale Ansbacher Frühlingsturnier“.

Die Ansbacher Vorrundengruppe konnte zu Recht als echte „Todesgruppe“ bezeichnet werden. Mit den Erstligisten SC Bison Calenberg und RHC Vordemwald (1.Schweizer Liga) sowie den spielstarken Franzosen des HC Fresnoy warteten gleich drei Kandidaten auf den Turniersieg. Dies sollte später auch vom Abschlussklassement deutlich wiedergespiegelt werden.

Nach einer 0:11-Auftaktniederlage gegen Bundesligist Calenberg, steigerte sich der mittelfränkische „Underdog“ in den nächsten Begegnungen merklich. Gegen den späteren Finalisten Fresnoy hielt man die Partie bis zur Pause offen. Erst eine Tiefschlafphase zu Beginn der zweiten Hälfte inklusive dreier Gegentreffer in vier Minuten sorgte für klare Verhältnisse (1:8). Auch gegen den RHC Vordemwald blieb der ESV dank eines zweikampfstarken Auftritts lange im Spiel. Bis hinein in die 2.Hälfte gelang es den klar favorisierten Schweizern nicht davonzuziehen, ehe sich der dünnbesetzte Ansbacher Kader bemerkbar machte. Das ersatzgeschwächte Team musste dem hohen Aufwand Tribut zollen und unterlag am Ende mit 2:12. Unter dem Strich verkaufte sich das junge Team gegen die klar favorisierte Konkurrenz äußerst achtbar.

Nach diesen ordentlichen Auftritten sollte es in den Platzierungsspielen mit dem ersten Sieg klappen. Zum Knackpunkt wurden am Ende jedoch die Probleme im Abschluss. Der ESV lieferte sich mit dem holländischen Vize-Pokalsieger ERHC Marathon ein Duell auf Augenhöhe, verpasste es aber beim 2:5 die eigenen Chancen in Tore umzumünzen. Im Duell um den 8.Platz wartete der französische Klub RSC Wasquehal. Trotz der größeren Spielanteile und zahlreichen Möglichkeiten führten die Mittelfranken bis vier Minuten vor dem Ende nur mit 2:1. Die Strafe folgte auf den Fuß. Innerhalb von wenigen Augenblicken drehten die Franzosen das Ergebnis mit 2:4 zu ihren Gunsten. Der Anschlusstreffer zum 3:4 in der Schlusssekunde kam letztlich zu spät.

Turniersieger wurde die Mannschaft des SC Bison Calenberg. Ansbachs 1.Liga-Schiedsrichter Sascha Goldhausen leitete als eines von sieben Spielen das Finale.

ESV:

Kaas (Tor), Zippel, Beck (3), S.Kirnig (4), T.Kirnig, B.Goldhausen