Dramatik mit Happy End – ESV entführt Punkt aus Osten

Am Ende durfte dann doch endlich gejubelt werden. Nach zuletzt vier äußerst bitteren Niederlagen im direkten Aufeinandertreffen (4:6/7:8/2:3/4:5) hat der ESV Ansbach seinen „Gera-Fluch“ besiegt und mit einem 4:4 einen Punkt beim RSC entführt. Die Mittelfranken zeigten damit die richtige Reaktion auf das desaströse 1:13 gegen Meister Chemnitz vor gut drei Wochen. Wie so oft im Duell beider Teams kam es zu einer Schlussphase voller Turbulenzen und Dramaturgie. Vier blaue Karten in den letzten drei (!) Minuten inklusive zweier „Direkte“ ließen die Nerven auf beiden Seiten blank liegen.

Die Anfangsphase spiegelte die Erfahrungen aus der letzten Saison wieder. Während die Gastgeber des RSC Gera zwar mehr Spielanteile für sich verbuchen konnten, bissen sie sich die Zähne an der Ansbacher „Raute“ aus und kamen zunächst meist nur mit Weitschüssen zum Abschluss. Die neugewonnene Sicherheit tat dem Spiel des ESV sichtlich gut. Dank des schnellen Umschaltspiels boten sich der Goldhausen-Truppe einige gute Möglichkeiten – Stürmer Sven Kirnig scheiterte nach traumhafter Einzelaktion am Lattenkreuz. Die Belohnung folgte in der 16.Minute. Spielertrainer Goldhausen „knallte“ einen Sechsmeter zur 1:0-Führung in den Winkel. Zur Pausenführung sollte dieser Treffer allerdings nicht reichen. Geras Kötter traf mit einem abgefälschten Distanzschuss zum 1:1 (20.). Den Mittelfranken fehlte in dieser Phase das Mittel um den gegnerischen Aktionsradius im Halbfeld einzudämmen. Die Quittung folgte nach dem Wechsel. RSC-Kapitän Rhein – „nebenberuflich“ für Calenberg in der 1.Rollhockey-Bundesliga im Einsatz – knallte einen Distanzschuss herrlich per Volleyabnahme zum 1:2 (33.) in die Maschen. Nur vier Minuten später folgte der nächste Nackenschlag. Nach Kirnigs Treffer zum 2:2 (35.) schockten die Thüringer die Gäste mit einem Doppelschlag zum 2:4 (37./37.). Der ESV schien erneut den Kürzeren gegen Gera ziehen zu müssen, doch wieder ließ man sich nicht hängen. Kirnig mit einem Treffer in den Knick (3:4/40.) läutete eine turbulente Schlussphase ein. Nach dem fünfzehnten Ansbacher Teamfoul entschärfte ESV-Torhüter Kaas den fälligen „Direkten“ und verhinderte kurz vor dem Abpfiff die Entscheidung. Quasi im Gegenzug handelten sich die Gastgeber eine blaue Karte ein (49.). Den Emotionen wurde jetzt freier Lauf gelassen. Ansbachs Kapitän Beck holte sich noch vor Ausführung des direkten Freistoßes die nächste „Blaue“ ab. Bastian Goldhausen behielt anschließend die Nerven und traf zum 4:4-Ausgleich. Durch diesen Gegentreffer durften die Gastgeber jedoch auffüllen und befanden sich für die letzten Augenblicke dieser Partie in Überzahl. Der nächste Angriff der Gastgeber brachte zugleich die nächste Aufregung. Blau auch für Doppeltorschütze Kirnig sowie für RSC-Akteur Köcher und somit nur noch zwei (!) Ansbacher gegen drei Geraer. Der ESV hielt den Ball die letzten Sekunden hinter dem eigenen Gehäuse und belohnte sich für ein starkes Spiel mit einem Punkt.

In der Sonntagspartie beim Meister RSC Chemnitz hielt sich die Dramatik in Grenzen. Der ESV lieferte sich mit den Sachsen ein munteres Scheibenschießen und konnte das Feld trotz einer 6:9-Niederlage erhobenen Hauptes verlassen.

ESV:
Kaas (Tor), T.Kirnig (1), S.Kirnig (6), B.Goldhausen (3), Beck, Schreinecke 2.Rollhockey-Bundesliga-Süd: RSC Gera 4:4 ESV Ansbach TSG Darmstadt 8:3 RIC Mainspitze RSC Chemnitz 9:6 ESV Ansbach ERV Schweinfurt 6:2 RSC Gera