Campeones! Campeones! ESV holt “den Pott”! Bericht:

Der ESV Ansbach hat die große Sensation geschafft und ist neuer Bayerischer Meister 2013. In der Landeshauptstadt München sicherte sich der Rollhockey-Zweitligist mit vier Siegen völlig überraschend die maximale Punkteausbeute und holte „den Pott“ nach 21 Jahren wieder nach Mittelfranken. Letztmals war dies der sogenannten „Goldenen Generation“ anfangs der 90er Jahre gelungen.

Den finalen Schritt zur 11.Meisterschaft der Vereinsgeschichte bildete dabei ein emotionaler 4:3-Sieg über den haushohen Favoriten aus Schweinfurt. Die Unterfranken hatten seit Wiedereinführung des Wettbewerbs (2009) alle Austragungen gewonnen und stehen in der 2.Bundesliga unmittelbar vor dem Titelgewinn. Umso größer war die Freude und Genugtuung für den ESV. Die junge Truppe, seit 2011 im Kern zusammen, hatte bislang den Makel getragen als talentierte, aber zu oft ideenlose Generation zu gelten. Nach den Entwicklungen der letzten Monate scheint die Mannschaft gereift zu sein. Die nächste Bewährungsprobe folgt bereits in zwei Wochen. Dann empfängt der neue Bayerische Meister den RIC Mainspitze zum Rückrundenauftakt in der 2.Rollhockey-Bundesliga.

Die Teilnehmerrollen vor dem ersten Turnieranpfiff schienen klar verteilt. Während alle mit einem erneuten Schweinfurter Titelgewinn rechneten, schien die erste Partie zwischen dem ESV und den Gastgebern des TSV 1860 München wegweisend im Duell um die Vize-Meisterschaft. Die beiden Vereine „teilten“ die vergangenen 2.Plätze stets unter sich auf und auch in diesem Jahr entwickelte sich von Beginn an eine spannende Partie. Trotz einer zweimaligen Ansbacher Führung, ging es mit einem 3:3 in die Pause. Nach dem Wiederanpfiff machte der beste Ansbacher an diesem Tag kurzen Prozess mit „den Löwen“. Der Katalane Cepeda lieferte seinen ersten Galaauftritt an diesem Tag ab und sorgte mit seinen Treffern Nr.3 (16.) und 4 (23.) für die Vorentscheidung. Rückkehrer Bernd Nachtrab setzte mit einem Distanzschuss von der Mittellinie den Schlusspunkt zum letztlich souveränen 6:3 (26.).

Deutlich größere Probleme bereitete die Regionalliga-Mannschaft der Schweinfurt Juniors. Der Nachwuchs des Titelverteidigers erwischte ESV-Keeper Kaas zweimal aus der Distanz und ging mit einer überraschenden 2:1-Führung in die Pause. Die Mittelfranken behielten trotz des langen Rückstandes weiter einen kühlen Kopf. Nach einem Doppelschlag von Sven Kirnig (23.) sowie Cepeda (25.) ließ das Team um „Interimstrainer“ Sascha Goldhausen den Ball sicher in den eigenen Reihen laufen und sicherte den zweiten Sieg.

Aufgrund der anderen Ergebnisse kam es bereits in der dritten Begegnung zum vorgezogenen Finale. ERV Schweinfurt gegen den ESV Ansbach, ein fränkisches Derby um die Meisterschaft. Der Favorit trübte zunächst die Hoffnungen auf eine Sensation und traf mit dem ersten Angriff zum 1:0 (Krönert, 1.). Fünf Minuten später kam es vielleicht zur entscheidenden Phase des Spiels. Standardspezialist Bastian Goldhausen egalisierte mit einem fulminanten Sechs-Meter unter die Latte zum 1:1 (6.), zwei Minuten später war Sven Kirnig zum 2:1 zur Stelle. Auch im zweiten Abschnitt setzte es zunächst eine kalte Dusche für den Außenseiter. Schweinfurts Knaup jagte die Kugel zum 2:2 in den Winkel. Zehn Minuten vor dem Abpfiff wäre Schweinfurt damit zum fünften Mal in Folge Meister gewesen. Dann Schlug die Stunde von Ansbachs Cepeda. Der 31jährige schlug zweimal, darunter ein herrliches Solo von der Strafraumgrenze, zu und besorgte eine 4:2-Führung. Dies sollte allerdings nicht der Schlusspunkt sein in diesem Drama. Wenige Sekunden nach dem 2:4, verkürzte der ERV auf 3:4. Beide Teams bissen sich noch mal durch die letzten Minuten, ehe der Schlusspfiff für grenzenlosen Ansbacher Jubel sorgte. Mit diesem Sieg gestaltete sich die letzte Partie gegen den ESV Regensburg zu einem Schaulaufen, das der neue Titelträger mit 2:0 für sich entscheiden konnte.

ESV:
Kaas (Tor), Beck (2), S.Kirnig (3), T.Kirnig, Schreinecke, Nachtrab (1), Cepeda (7), Goldhausen (2)