Trotz Comeback-Qualitäten: Durststrecke hält an

Die Entscheidung scheint gefallen. Auch zum Rückrundenauftakt ist der Rollhockey-Zweitligist ESV Ansbach leer ausgegangen und wird die Saison mit großer Wahrscheinlichkeit auf dem letzten Tabellenplatz beenden. Am „Ost-Wochenende“ spiegelten sich die Eindrücke der Hinrunde sowohl beim 1:3 in Gera als auch 3:4 in Chemnitz wieder. Während der ESV in der Abwehr über große Qualitäten verfügt, ist die Chancenverwertung 2014 weiter eine mehr als beträchtliche Baustelle. Zahlreiche Möglichkeiten in beiden Partien reichten am Ende nur für vier eigene Treffer. Die Mittelfranken müssten aus den verbleibenden Auftritten nun mindestens sieben Punkte holen, um doch noch von der Schippe zu springen. Angesichts des schwierigen Restprogramms (2x TSG D., 1x RSC D.) ein mehr als anspruchsvolles Unterfangen. Sportlich drohen dem ESV derweil keine Konsequenzen. Die 2.Liga beinhaltet derzeit kein Auf- und Abstiegssystem, für einen interessierten Drittligisten würde die Liga aufgestockt werden.

Am rechnerisch ersten Spieltag der Rückrunde ging es zum Auswärtsspiel beim RSC Gera. Beide Teams hatten sich beim ersten Aufeinandertreffen eine wahre Torschlacht geliefert. 7:5 für Gera hieß es damals nach fünfzig mitreißenden Rollhockey-Minuten. Und auch dieses Mal sollte es eine knappe Angelegenheit werden. Die Tabellennachbarn lieferten sich bei heißen Temperaturen eine Partie auf Augenhöhe. Die erste Duftmarke setzten dabei die Gäste. Kapitän Beck traf nach Mitte des ersten Abschnitts mit einem herrlichen Distanzknaller in den Winkel. Trotz der heißen Temperaturen ließ die Geraer Antwort nicht lange auf sich warten. Nach einem überfallartigen Konter brauchte RSC-Stürmer Köcher nur noch am langen Pfosten zum Ausgleich einzuschieben. Die Schlüsselszene folgte kurz nach dem Seitenwechsel. Nach leichtfertigem Ballverlust von Ansbachs letztem Mann nahmen die Gastgeber das Geschenk dankend an und vollendeten zum 2:1. Von diesem Rückschlag erholte sich der ESV nicht mehr. Köchers Treffer zum 3:1 sorgte – trotz einiger Ansbacher Großchancen in der Schlussphase – frühzeitig für die Vorentscheidung.

Diese durchwachsene Leistung sollte bereits wenige Stunden später in Vergessen-heit geraten. Der ESV zeigte tags darauf in Chemnitz sein vielleicht bestes Saison-spiel und lieferte dem Favoriten und amtierenden Vize-Meister einen ansehnlichen Fight. Beeindruckenden dabei: die Ansbacher Steh-auf-Qualitäten. 1:2 lag man zur Pause zurück, ehe Verteidiger Tim Kirnig im Nachschuss der verdiente Ausgleich (26.) gelang. Die Hausherren, die in dieser Saison als Dritter hinter den eigenen Ansprüchen landeten, hatten sichtlich Mühe und mussten auch nach der dritten Führung (3:2, 35.) nochmal mit dem „Comebackern“ aus Ansbach Bekanntschaft machen. Frühjahrs-Neuzugang Joshua Platten fälschte einen hohen Distanzschuss unhaltbar ab und glich mit diesem Treffer der Marke „Traumtor“ zum 3:3 aus. Dass die deutliche Leistungssteigerung zum Vortag nicht belohnt wurde lag an Chemnitz Weck. Der RSC-Akteur war ebenfalls per abgefälschten Schuss erfolgreich und brachte seinen Farben doch noch den Sieg.

ESV Ansbach:
Kaas, Sturm (beide Tor), T. Kirnig (1), Goldhausen, S. Kirnig (1), Beck (1), Schreine-cke, Platten (1)

2.Rollhockey-Bundesliga Süd:
RSC Chemnitz 1:8 RSC Darmstadt
RSC Gera 3:1 ESV Ansbach
RSC Chemnitz 4:3 ESV Ansbach
RSC Gera 0:6 RSC Darmstadt