Niederlagen besiegeln sportlichen Abstieg

Duplizität der Ereignisse: Zweimal zur Pause 2:3 in Rückstand, zweimal ausgeglichen – und doch zweimal 3:5 verloren. Der Rollhockey-Zweitligist ESV Ansbach hat wieder nicht den längeren Atem gehabt und ist nach zwei erneuten Niederlagen (sportlich) abgestiegen. Direkte Auswirkungen dürfte dies auf die Mittelfränkische Ligazugehörigkeit zunächst nicht haben. So würde die Liga im Falle eines Aufstiegs-Interessenten wohl aufgestockt werden. Ob ein Rückgang in die etablierte Regionalliga Süd-Staffel ein Thema ist, muss wohl von der personellen Entwicklung abhängig gemacht werden. Ablenkung zum Ligaalltag bietet sich bereits am künftigen Samstag. Dann steigt im Sportzentrum Ost die Bayerische Meisterschaft.

„Siegen oder fliegen“ war die Losung für das vorletzte Heimspiel der Saison. Gegen den RSC Gera war ein Erfolg Pflicht um die Hoffnung auf den Klassenerhalt am Leben zu halten. Der Start versprach zunächst verheißungsvolles. Nur wenige Minuten waren gespielt, da war bereits Kapitän Beck mit der 1:0-Führung zur Stelle (6.). Der ESV stand zu Beginn gut und ließ sich von Geraer Kombinationsspiel nicht aus der Reserve locken. Ausgerechnet ein Eigentor sollte für den Gleichstand sorgen. Robert Kötter (RSC) erwischte einen Ansbacher Abwehrspieler mit einer flachen Hereingabe wortwörtlich auf dem falschen Fuß (12.), von dem der Ball in die eigenen Maschen rollte. In dieser Phase schlichen sich zunehmend Fehler ins eigene Spiel ein. Sven Kirnig bügelte mit einem Distanzschuss (Schreinecke hatte dem Torhüter erfolgreich die Sicht genommen) das zwischenzeitliche 1:2 zunächst noch aus (13.). Ein erneuter Ansbacher Stellungsfehler bei einem Konter sollte jedoch den 2:3-Pausenrückstand besiegeln. Nach der Pause und zwei schnellen Treffern auf beiden Seiten hatten beide Angriffsreihen mit Ladehemmungen zu kämpfen. Lediglich Köcher (RSC) trug sich mit seinem verwandelten „Direkten“ nochmal in die Torschützenliste ein (37.).

Die Partie tags darauf bot das erwartete Geschehen: Der kombinationsstarke Vize-Meister aus Darmstadt beanspruchte für sich die höheren Spielanteile, tat sich aber wie im Hinspiel (0:1) schwer dies auch in Tore umzumünzen. Nach einem erneuten 2:3-Pausenrückstand sorgte Bastian Goldhausen zehn Minuten vor dem Ende für den vielumjubelten 3:3-Ausgleichstreffer. Am Ende fehlten die Kräfte für die große Überraschung. Darmstadt startete angeführt von drei U-17 Nationalspieler und dem 1.Liga-Akteuren Schröter und Becker eine Schlussoffensive und holte sich den letzten nötigen Sieg für die Verteidigung des Vize-Titels.

ESV Ansbach:
Kaas, Sturm (beide Tor), T. Kirnig, Goldhausen (2), S. Kirnig (1), Beck (3), Nachtrab, Schreinecke