Im Derby nichts zu holen – „Rollhockey-Bayern“ eine Klasse besser

Letztendlich war es wie es im Vorfeld zu erwarten war. Der ESV Ansbach musste auch im zweiten Spiel gegen einen Titelkandidaten eine Niederlage einstecken. Im fränkischen Derby unterlagen die Mittelfranken dem amtierenden Meister und klaren Favoriten ERV Schweinfurt mit 3:10 (1:6). Während der ESV dieses Mal erst im zweiten Abschnitt einigermaßen zu seinem Spiel fand, präsentierten sich die Gäste in beängstigender Frühform. Der Meister von 2013 und 2014 unterstrich gleich mit dem ersten Auftritt seine Vormachtstellung im Süddeutschen Unterhaus. In dieser Form könnte der 2.Bundesliga ein ähnlich „spannendes“ Titelrennen bevorstehen wie in der 1.Fußball-Bundesliga.

Die Marschroute vor der Partie war klar: bloß nicht vom Schweinfurter Pressing bedrängen lassen und selbst den Weg zum schnellen Abschluss suchen. Zum Start glückte dies dem ESV nur bedingt. Zu oft schenkte man noch in der eigenen Hälfte den Ball leichtfertig her. Schweinfurt nutzte dies eiskalt aus und „bedankte“ sich mit zwei frühen Treffern (6.Amrhein/7.Knaup). Bis zur Halbzeit sollte sich dieses Bild nicht ändern. Hatte man sich in der jüngeren Vergangenheit teils enge Duelle geliefert, war das Aufeinandertreffen dieses Mal bereits zur Pause (1:5) entschieden.

Die zweite Hälfte brachte eine deutliche Steigerung ins Ansbacher Spiel. Trotz des deutlichen Rückstandes zeigte das Team Moral. Die Tore fielen zunächst weiter auf der „falschen“ Seite. Schweinfurts Knaup (27.) und Krönert (39.) waren mit zwei verdeckten Schüssen erfolgreich, ansonsten war in dieser Phase spätestens bei ESV-Schlussmann Kaas Endstation. Kapitän Beck ließ die Fans kurz vor Schluss dann doch nochmals jubeln. Einer der zahlreichen Distanzschüsse im zweiten Abschnitt fand den Weg ins Ziel zum zwischenzeitlichen 2:8 (45.). Den schönsten Ansbacher Angriff gab es schließlich wenig später zu sehen. Nach blauer Karte gegen Schweinfurts Amrhein spielte der ESV die Überzahl überlegt aus und belohnte sich durch Sven Kirnigs 3:9 (48.) aus kurzer Distanz. Der Schlusspunkt war dann wieder dem Favoriten vorbehalten. Altmeister Krönert besiegelte mit seinem vierten Tor an diesem Tag (50.) die erste zweistellige Ansbacher Liga-Niederlage seit fast zwei Jahren (04.05.2013).

ESV Ansbach:
Kaas, Sturm (beide Tor), Nachtrab, T. Kirnig, Goldhausen, S. Kirnig (1), Beck (2), Schreinecke

ERV Schweinfurt:
Bauer, Pöhlmann (beide Tor), Amrhein (2), Zimmermann (2), Krönert (4), Bendel, S. Knaup (1), J. Knaup (1), Eberlein, Schäfer