Ein Ansbacher für Europa

„Als Spieler der 2.Liga setzt man sich immer seine Ziele. Aber einmal die Chance zu erhalten im Europapokal zu spielen, ist natürlich ein absoluter Traum.“ Für Roman Kaas geht dieser Traum nun in Erfüllung. Der 22jährige startet am kommenden Samstag mit seinem neuen Verein ERG Iserlohn in den CERS-Cup 2014/15. Dieser bildet im Rollhockey das Europapokal-Pendant zur Fußball-Europa-League, wird jedoch komplett im K.O.-System ausgespielt. Für den Erstligisten und Ex-Meister Iserlohn wartet zum Start gleich eine knifflige Aufgabe. Die Sauerländer bekommen es in der Vorrunde mit dem französischen Klub SA Merignac zu tun. Das Team aus der Nähe Bordeaux startete mit zwölf von fünfzehn Punkten stark in die Saison und liegt punktgleich mit dem HC Quevert an der Spitze. Für die ERGI ein interessantes, wenn auch schwieriges Los im Kampf ums Weiterkommen. Anders als in der Liga, in der der deutsche Nationaltorhüter Patrick Glowka die klare Nummer Eins ist, nimmt Kaas dabei eine Hauptrolle ein.

Grund dafür ist eine rote Karte Glowkas aus der Vorsaison. Der langjährige ERGI-Stammtorhüter wurde nach einer Tätlichkeit in der Rollhockey-„Champions-League“ lange gesperrt und fehlt noch für fünf Europapokal-Spiele. Roman Kaas rückt damit auf internationaler Bühne als Nr.1 zwischen die Pfosten. Für den Neuzugang sind diese Begegnungen zugleich Belohnung für einen großen Aufwand, den er Woche für Woche auf sich nimmt. Jeden Dienstag und Samstag macht sich Kaas von seinem Wohnort Würzburg auf ins 330 Kilometer entfernte Iserlohn. Insgesamt sechs Stunden Fahrtzeit fallen pro Trainingseinheit und Spiel an. „Natürlich muss man sich anfangs an die langen Fahrten erstmal gewöhnen. Um mir meinen Lebenstraum zu erfüllen, nehme ich aber gerne jede Minute auf mich.“ 
Rollhockey in der dritten Generation
Das Rollhockey-Gen wurde Roman Kaas quasi schon in die Wiege gelegt. Als Vertreter der dritten Generation fing auch Roman 1996 beim ESV Ansbach an. Anders als sein Opa und Vater entschied er sich jedoch sehr früh für den „Job“ zwischen den Pfosten. Nach über 100 Spiele für seinen Heimatverein kam es im Frühjahr zu ersten Gesprächen mit dem Deutschen Meister von 2009. Kaas trainierte in der Folgezeit über ein paar Wochen beim Erstligisten und durfte dank einer „Doppel-Lizenz“ seine Premiere im deutschen Oberhaus feiern. Nach der kürzlich abgelaufenen 2.Liga-Saison erfolgte nun der endgültige Wechsel nach Iserlohn. Unabhängig von dem Engagement in Nordrhein-Westfalen wird Roman Kaas auch im kommenden Juni wieder die Gastspieler-Lizenz beantragen, um auch für seinen Heimatverein Ansbach im Sommer spielen zu dürfen. Jetzt wartet aber erst einmal Merignac. In Europas zweithöchstem Wettbewerb.