Ansbacher Bollwerk fällt in der Endphase

Lange mitgehalten und am Ende doch wieder verloren. Wie im Hinspiel hat der ESV Ansbach dem frischgebackenen Meister aus Schweinfurt einen heißen Kampf geboten. Die Hausherren hielten die Torfabrik der 2.Liga gut in Schach und zwangen den Favoriten zumeist zu Weitschüssen. Wie schon in Unterfranken fiel die Entscheidung in der Schlussviertelstunde. Beim Stand von „nur“ 1:2 nutzte der ERV eine Ansbacher Schwächephase schonungslos aus. Mit drei Toren binnen acht Minuten beseitigten die Gäste jeden Zweifel über den Ausgang der Partie und krönten damit eine überragende Saison. Der Meister von 2013 verteidigte seinen Titel souverän ohne Niederlage und ließ lediglich beim 5:5 in Darmstadt (RSC) Punkte liegen. Weiter auf den letzten Platz liegt der ESV. Für den letztjährigen Vierten bietet sich bereits am kommenden Wochenende die Chance endlich zu den ersten Punkten zu kommen. Dann geht es am „Ost-Wochenende“ nach Gera und Chemnitz.

Der ESV hielt an der erfolgreichen Abwehrtaktik aus dem Hinspiel fest. Durch geschicktes Verschieben gelang es dem Team um Kapitän Beck der gefürchteten ERV-Offensive den nötigen Platz zu nehmen. Schweinfurt, das den Titel bereits am Vortag perfekt gemacht hatte, suchte seine Chance mit zunehmender Dauer in Distanzschüssen. Zum ersten Mal gejubelt werden durfte jedoch auf der Gegenseite. Sven Kirnig besorgte mit seinem sechsten Saisontreffer die Führung für den Gastgeber (7.). Die Antwort des Meisters ließ nicht lange auf sich warten. Nach einem Querpass nutzte Gäste-Kapitän Simon Knaup seinen erstmaligen Freiraum prompt aus und traf aus sieben Meter zum Ausgleich (8.). Eine Schrecksekunde musste der ESV trotz guter Abwehrarbeit nochmals Sekunden vor der Pause überstehen. Nach blauer Karte gegen Ansbachs Goldhausen (wiederholten Meckerns) versagten Zimmermann vom direkten Punkt jedoch die Nerven.

Erfolgreicher machte er es wenige Augenblicke nach dem Wiederanpfiff. Per verdeckten Distanzschuss dreht er die Partie für seine Farben und brachte den Favoriten erstmals in Führung. In einer emotionalen Schlussphase hatte der Schiedsrichter sichtlich Mühe die Gemüter zu beruhigen. Unrühmlicher Höhepunkt war ein Bodycheck in Eishockeymanier gegen Ansbachs Kirnig, für den sein Schweinfurter Gegenspieler statt der fälligen blauen – oder gar roten – Karten lediglich ein Team Foul kassierte. Der ESV verlor in dieser Phase sichtlich die Konzentration und brachte sich durch diese Schwächephase samt dreier Gegentreffer um die möglichen Punkte.

ESV Ansbach:
Kaas, Sturm (beide Tor), Nachtrab, T. Kirnig, Goldhausen, S. Kirnig (1), Beck, Platten, Schreinecke

ERV Schweinfurt:
Pöhlmann, Marterstad (beide Tor), Köder (2), Zimmermann (1), Krönert (1), S. Knaup (1), J. Knaup, Eberlein, Küsters, Schäfer

2.Rollhockey-Bundesliga Süd:
ERV Schweinfurt 3:2 RSC Darmstadt 2
ESV Ansbach 1:5 ERV Schweinfurt